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Tel Aviv - ein Reisebericht aus dem Herzen

Vorwort: Grundsätzlich bin ich dafür, dass das Gute in der Nähe liegt. Dennoch reise natürlich auch ich mal ins Ausland und wenn das Herz dabei berührt wird, muss natürlich darüber geschrieben werden. Außerdem kann man auch der burgenländischen Küche mit heimischen Zutaten einen feinen levantinischen Touch verleihen ;-) Viel Freude beim Lesen!


Eigentlich reise ich nicht so gerne. Wobei, so ganz stimmt das nicht. Lediglich das Wegfahren fällt mir schwer. Ich liebe unser Haus, unsere Umgebung und es fällt mir immer wieder schwer all das zu verlassen. Wenn ich dann mal an einem Urlaubsort angekommen bin, kann ich den Aufenthalt vor Ort durchaus genießen. Jedoch freue ich mich dann immer wenn ich meinen Koffer wieder packen darf und es ab nach Hause geht.


Ganz anders war es bei dieser Reise. Es war ja bereits mein zweites Mal in Tel Aviv. Beim ersten Mal 2019 wusste ich mit der Stadt wenig anzufangen. Es fiel mir schwer die Kultur und die Menschen zu fühlen und trotzdem wusste ich eins: Ich muss zurück!

Da kam es sehr gelegen, als mein Mann - der bei der Urlaubsplanung definitiv über mehr Weitsicht verfügt als ich - mir einen Screenshot von verfügbaren Flügen nach Tel Aviv für die Herbstferien schickte. Was soll ich sagen? Ausnahmsweise sagte ich SOFORT "ja".

Und so kams, dass wir am Nationalfeiertag am Flughafen Wien-Schwechat abhoben Richtung Osten. "Wir" umfasste in diesem Fall meinen Mann, unsere zwei Söhne, meine Mama und meinen Bruder - ein richtiger Familienausflug also.


Als ich die Skyline von Tel Aviv vom Flugzeug aus erblickte, konnte ich die Landung kaum mehr erwarten. Ein Lichtermeer das mir zublinkte, mich begrüßte. Beim ersten Atemzug an der kerosinschwangeren Flughafen-Luft spürte ich: Ich bin zurück!


Wer Israel und Tel Aviv an sich nicht kennt muss zwei Dinge unbedingt wissen:

1. Die Landessprache ist Hebräisch und somit ist auch die Schrift für uns nicht lesbar. 2. Tel Aviv ist teuer - sehr teuer! So richtig!

Punkt 2 veranlasste uns dazu uns kein Taxi zu nehmen (Taxi für 6 Personen vom Flughafen in die Stadt ca. 160€ in eine Richtung) sondern öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Wo wir zu Punkt 1 kommen. Der Zug war noch kein Thema - der Schalter mit den digitalen Tickets konnte auf Englisch umgestellt werden. Spannend wurde es dann mit dem Bus. Rund um den Bahnhof Ha'Shalom befand sich zu diesem Zeitpunkt eine Riesenbaustelle, welche mit großen Koffern, Gepäck und zwei hungrigen Kindern nicht weniger herausfordernd wurde als sie ohnehin schon war. Auf der Suche nach der richtigen Station konnten wir die Zahlen zwar lesen, aber mit der Richtungsangabe wurde es dann schwierig. Die wartenden Israelis gaben sich zwar Mühe uns zu helfen, jedoch waren auch sie teilweise überfragt. Irgendwann landeten wir dann doch noch im, vermeintlich, richtigen Bus. Auch im Bus wurde alles nur in hebräischer Sprache angezeigt. Zusätzliche Schwierigkeit: Kein Internet weil Non-EU und somit in keiner unserer Flat Rates enthalten - ein online Fahrplan oder Übersetzer hätte vielleicht geholfen. Irgendwann nach mehreren Stationen baten wir dann einen Israeli im Bus um Hilfe: "Trumpledore Street? You are in the wrong bus. You have to take the bus into the other direction." (Trumpeldore Straße? Ihr seid im falschen Bus. Ihr müsst den in andere Richtung nehmen") Gut, dass wir bereits 15 Minuten in die falsche Richtung gefahren waren... Bei der nächsten Station stiegen wir aus und warteten irgendwo mitten in Tel Aviv auf den Bus der uns in die andere Richtung bringen sollte. Und er tat es! Fast unmittelbar vor unserem gebuchten Airbnb Appartement wurden wir zu unser aller Erleichterung abgeliefert.


Das Appartement war einfach toll. Unsere Vermieter empfingen uns herzlich und wir fühlten uns sofort wohl. Für 6 Personen braucht man natürlich ein entsprechend großes Heim und somit konnten wir aus 3 Schlafzimmern mit jeweils dazugehörigem Bad wählen. Küche und Wohnzimmer hatten wir gemeinsam, doch das absolute Highlight war die Dachterrasse. 50 Quadratmeter Outdoor Wohnzimmer mit Blick über die Stadt wo wir noch so einige Abende mit Wein und Karten spielen verbringen würden.



Langsam meldete sich der Hunger bei uns allen. Das Gute war die zentrale Lage unseres Appartements in der Trumpeldore Street nur unweit der Bograshov Street entfernt, wo wir eine große Auswahl an Lokalen hatten. Wir entschieden uns für Pizza & Salat im "Ha Pizza" - was definitiv die richtige Entscheidung war. Wir bekamen gerade noch so einen Platz der eigentlich maximal für vier Personen gereicht hätte. Aber wir sind ja schließlich Familie und rücken gerne zusammen ;-) Der Caesar Salat wurde in einer Emaille Schüssel serviert und war der beste Salat meines Lebens - ich bin leidenschaftliche Salatesserin und habe schon viele Salate gegessen. Doch die Pizza übertraf alles. Ich hoffte richtiggehend darauf, dass mein jüngerer Sohn etwas übrig ließ und wurde nicht enttäuscht. Knusprig, kross und aromatisch.

Wahnsinn! Satt und zufrieden saß ich nun da und beobachtete Menschen. Pärchen, Freund:innen, Familien. Angeregte hebräische Gespräche. Der Klang der Sprache war beruhigend und im innersten meines Herzens vertraut. Weniger vertraut war dann der Preis des Essens. 456 Schekel, umgerechnet 125€ kosteten uns 3 Pizzen, 2 Salate und ein Getränk für jeden. Aber wie bereits erwähnt: Tel Aviv ist teuer!


Zurück im Appartement war ich einfach nur erschöpft. Die Kinder waren schnell eingeschlafen. Und als ich endlich im Bett lag, waren die letzten Dinge die ich hörte die Sirenen von Rettungsautos und der Verkehr der Großstadt.


Fortsetzung folgt...






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